Fahne - Freiwillige Feuerwehr Mechenhard

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Unsere Vereinsfahne
 
(Autor: Freudl Joachim, 03.2003)

 
Wie jeder Verein, so hat auch die Freiwillige Feuerwehr Mechenhard eine eigene Vereinsfahne. Hier ist das gute Stück frisch restauriert im Jahre 2002:
Bis wir soweit kamen, war es ein langer Weg, denn im Verein wusste keiner so ganz genau, seit wann wir das gute Stück überhaupt hatten. Also begann ich im Protokollbuch nachzuforschen, woher sie überhaupt stammte. Die Suchbegriffe „Fahne" und „Coburg" liessen uns dann schnell die Adresse der Firma FahnenKoch finden. Nach einigem hin und her brachten wir dann unser gutes Stück im Herbst 2001 per PKW nach Coburg. Der Kostenvoranschlag lautete über 1700 DM. Rechtzeitig zur Agathafeier im Jahre 2002 erstrahlte unser gutes Stück wieder im neuen Glanz.

Die Vorgeschichte ist länger:
Beim Nachforschen über die Geschichte unserer Fahne in den Protokollen bin ich auf einen interessanten Werdegang gestossen, den ich ihnen lieber Leser nun darlegen möchte.

Die ersten Hinweise tauchen im Protokollbuch im Jahre 1954 auf. Am 11. Juli feierte die Wehr ihr 75-jähriges Gründungsfest und so steht es im Protokollbuch:" ...Kommandant Bernard verlas die Namen der gefallenen und vermissten Mitglieder, legte einen Kranz nieder und gelobte Ihrer stets zu gedenken ...und gesenkten Hauptes gedachten alle derer, die jahrelang Ihre Pflicht taten. "

Was hat das mit der Fahne zu tun, werden sie wohl jetzt unruhig fragen. Nun die Wehrmänner senkten ihre Häupter und nicht die Fahne, sie hatten damals keine Vereinsfahne. Nach dem Fest, von dem es im Protokoll heisst: „trotz des sehr schlechten Wetters waren zahlreiche auswärtige Gäste erschienen und es entwickelte sich ein reger Festbetrieb" blieb Zeit zum Abrechnen. Bei dem Fest wurden damals sagenhafte 18,5 Hektoliter Bier umgesetzt, der Liter kostete nur 78 Pfennig ab Brauerei. Verkauft wurde das Festbier dann im Masskrug für 1,10 DM, zuzüglich einem Eintrittspreis von 50 Pfennig.

Klar, dass da ein Gewinn erzielt wurde, und zwar für damalige Verhältnisse beachtliche 1.459 DM und 25 Pfennig wie es im Protokoll vermerkt steht.

Sodann wurden Vorschläge für die Verwendung des Festüberschusses gemacht: „Vor allem soll die Motorspritze gummibereift werden. Ein Teil sprach sich für die Anschaffung einer Fahne aus. Der grössere Teil für die Uniformierung der Wehr." Keine klare Entscheidung für die Fahne also, nachzulesen im Protokoll vom 19. Juli 1954. Bei einer vom damaligen Kommandanten Karl Bernard geleiteten Versammlung wurde vorgeschlagen, dass 400 DM in die Vereinskasse gehen und der Rest in Ausrüstung und Uniformierung. Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen. Keine Fahne also, noch war aber Geld dafür da.

1955 wurde nun beschlossen, zuerst mal fünf Uniformröcke anfertigen zu lassen, bezahlt aus der Vereinskasse. Monate später wurde gar von Stoff für bis zu 25 Röcken gesprochen. Gekauft wurde der Stoff bei der Firma Ammerschläger und zugeschnitten wurde kostenlos von Berthold Kirchgässner. Das Geld für die Fahne war nun wohl weg.

Im Jahr 1956 bahnte sich eine Änderung an. Im Protokoll steht: „Auf Grund der Krankheit des 1. Kommandant muss der Adjutant auf ein Jahr dessen Geschäfte versehen". Zugleich gibt der damalige Bürgermeister Pfeffer bekannt: „dass das von der Feuerwehr vorgestreckte Geld für die Röcke auf der Gemeinde abgeholt werden kann." Jetzt war das Geld wieder da, also jetzt kommt die Fahne, oder?

Am 14. Januar 1957 wurde um 11 Uhr der neue Kommandant Adalbert Bernard per Handschlag verpflichtet. Jetzt geht's schnell in Richtung Fahne, sie werden sehen.

Auf der „Ordentlichen Generalversammlung" vom 2. 2. 1957 wurde der neue Kommandant Adalbert Bernard mit 29 zu 3 Stimmen gewählt. Er nahm wie zu erwarten die Wahl an. Er dankte seinem Vorgänger für die in 28 Jahren geleistete Arbeit und ernannte ihn mit Zustimmung der Versammlung zum Ehrenkommandanten. Im September wurde auf einer Ausschusssitzung folgendes beraten: ,,...ob wir uns um das diesjährige Kreisfeuerwehrfest bewerben sollen soll das Fest mit einer Fahnenweihe verbunden werden". Reichte jetzt aber noch das Geld für die Fahne? Na ja, der Kassenbericht vermeldete nichts Schlechtes, erneut waren 384 DM und 87 Pfennige als Jahresüberschuss übriggeblieben. Kein Wunder also, dass schon am 22. Februar 1958, wenige Tage nach der Agathafeier ein Vertreter der Fahnenfirma aus Coburg anwesend war. Festgelegt wurde das Aussehen der Fahne und auch der Preis kam zur Sprache: ,,...Kostenpunkt beläuft sich auf 1275 DM einschliesslich den beiden Schärpen." Da fehlte leider tatsächlich noch einiges Geld, was tun? Klarer Fall, der Eintrittspreis beim Kreisfeuerwehrfest wurde auf 1 DM verdoppelt, ein Tanz kostete 20 Pfennig. und das Bier ,,...soll zu 1,30 DM verkauft werden." Beschlossen wurde das am 24. Mai 1958. Für die Fahne brauchte man natürlich auch noch eine Fahnenpatin, die wurde am 7. Juli des gleichen Jahres noch schriftlich festgehalten.

Nun kam das grosse Kreisfeuerwehrfest vom 12. bis 14. Juli 1958, der Wehr brachte es endlich die Fahne.

Im Protokollbuch steht:" ...wurde zur Ortskirche gezogen. Hier fand unter zahlreicher Beteiligung der Bevölkerung die Weihe unserer Vereinsfahne statt. Als Fahnenpate war die Freiw. Feuerwehr Trennfurt mit ihrer Fahne zugegen. Die Fahnenpatin Emilie Stuckert überreichte nun in herzlichen Worten dem Fahnenträger Roland Becker die Fahne."

Endlich hatte unsere Wehr ihre lang herbeigesehnte Fahne. Am Sonntag, den 13. Juli 1958 fand noch ein grosser Festzug statt, an dem neben den Ortsvereinen noch 33 auswärtige Wehren teilnahmen, ein wohl wie es im Protokollbuch heisst für Mechenhard einmaliges Ereignis und eine Demonstration für die Feuerwehr. Der Fähnrich Roland Becker nahm sein Ehrenamt wahr bis zum Sommer des Jahres 1988, als ihn ein Bergunfall völlig überraschend aus unserer Mitte riss. Nachfolger als Fähnrich wurde Rudolf Hegmann, der seitdem diese würdevolle Aufgabe übernimmt. Sie lieber Leser werden jetzt vielleicht verstehen, für unsere Wehr ist unsere Fahne nicht etwa nur ein Stück Stoff, sondern sie ist uns ein Stück Vereinsgeschichte, und wir legen grossen Wert darauf, dass sie erhalten bleibt.
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