Griechenland 2018 - Freiwillige Feuerwehr Mechenhard

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Eine Reise in das Land der antiken Kultstätten, der Mythologie und der griechischen Götter
Kali méra, Kameraden!
 
 
Es muss Anfang 2017 gewesen sein, als an einem lauen Frühlingsabend, bei einem gemütlichen Zusammensein die Idee aufkam, mit den Kameraden eine Reise in ein entferntes Land anzutreten. Doch dieser Gedanke sollte nicht wie so manches Hirngespinst schon bald in Vergessenheit geraten.
 
Im Oktober war es dann soweit. Der Gedanke nahm Gestalt an, Reisedaten wurden gewählt und die Teilnehmerliste gefüllt. Vom 10. – 13. Mai 2018 würde die Reise stattfinden. Einen Monat später gab es dann kein Zurück mehr – die Flüge waren gebucht und das Reiseprogramm stand.
 
Unser Flugziel: Thessaloniki, Griechenland!
 
Es ist Donnerstag, der 10. Mai 2018. 8:00 Uhr.  Unsere Delegation aus 9 Kameraden findet sich am Feuerwehrgerätehaus in Mechenhard ein, um eine unvergessliche Reise anzutreten. Unser Flug wird planmäßig um 11:05 Uhr in Frankfurt starten. Im Gepäck haben wir neben Badehosen und dem Reisegepäck auch offizielles Dienstgut dabei. Denn neben Freizeit und Erholung wird unser Ziel auch die Feuerwache 1 in Thessaloniki sein. Hier wollen wir uns einen Einblick in die tägliche Arbeit einer Berufsfeuerwehr einer Großstadt in Griechenland verschaffen und Grußworte im Namen unseres ersten Bürgermeisters Michael Berninger überbringen. Doch hierzu später mehr.

So fahren wir also los, in Richtung Flughafen Frankfurt. Durch den bayerischen und hessischen Regen. Kein guter Start für eine Reise ans Mittelmeer. Auch bei der Landung in Thessaloniki scheint das Wetter uns nicht wohl gesonnen zu sein. Es regnet. Doch schon als wir unseren Mannschaftsbus für die nächsten Tage abholen, klart das Wetter auf - die griechischen Götter müssen uns wohlgesonnen sein.
 
Während der halbstündigen Fahrt durch das hügelige Vorland des Berges Chortiatis zu unserer Unterkunft, verschwanden die dunklen Wolken, so dass wir nach der Ankunft beschlossen, mit unseren Badehosen die Wassertemperatur des in Sichtweite liegenden Mittelmeeres zu erkunden. Hierbei konnten wir an diesem Tag sogar einen Blick auf den Berg Olymp erhaschen, der majestätisch mit schneebedeckten Gipfel in der Ferne zu sehen war. Am Abend stillten wir dann unseren Hunger mit griechischen Grillspezialitäten in einer naheliegenden Strandbar, um wenig später in unsere wohlverdiente Nachtruhe überzugehen.
 
Am Freitag stand das Hauptziel unserer Reise an. Nach der Fahrt durch das emsige Treiben der Straßen der Großstadt waren wir angekommen – Feuerwache 1 im Herzen von Thessaloniki! Vor Ort bekamen wir eine Führung durch die vierstöckige Wache. 20 Feuerwehrleute sind hier ständig im Dienst. Insgesamt besteht die Mannschaft aus 60 Kameraden und Kameradinnen, die sich im Schichtbetrieb ablösen. Neben den Berufsfeuerwehrleuten zählen auch einige freiwillige zur Mannschaft.
 
Im Erdgeschoss befindet sich eine kleine Leitstelle, die für die Einsatzkoordination im Zuständigkeitsbereich der Wache verantwortlich ist. Im ersten Stock befinden sich die Aufenthaltsräume der Mannschaft. Der zweite Stock beherbergt mehrere Büro- und Konferenzräume. Denn anders als bei uns in Deutschland, wird in Griechenland die Ermittlung von Brandursachen nicht durch die Polizei durchgeführt - hier ermittelt die Feuerwehr selbst nach der Brandursache. Im dritten Stock befinden sich die Ruheräume, sowie Duschen für die Mannschaft. Von hier aus führt eine Spiralrutsche direkt in das Erdgeschoss der Fahrzeughalle.
Vier Fahrzeuge stehen hier für den Einsatz bereit: KLAF (Kleineinsatzfahrzeug) mit Schnellangriffsschlauch, MLF (Mittleres Löschfahrzeug), GTLF (Großtanklöschfahrzeug) mit einem 11.000l Wassertank und ein HLF 20/10 (Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug). Zusätzlich, nicht in der Fahrzeughalle untergebracht, steht ein KDOW (Kommandowagen) zur Verfügung. Mehrfach am Tag werden die Fahrzeuge und Mannschaft gefordert. Im Durchschnitt vier Brandeinsätze aufgrund von Küchenbränden oder durch elektrisches Versagen, sowie zwei technische Hilfeleistungen gilt es für die Wache pro Tag zu bewältigen.
 
Werden bei einer Großschadenslage weitere Einsatzmittel benötigt, werden diese aus den umliegenden Feuerwachen herangezogen. Unterirdisch gelegen findet sich zudem, auf zwei Stockwerke verteilt, ein kleines Parkhaus, um der Mannschaft im Gewirr der Großstadt ausreichend Parkfläche zur Verfügung stellen zu können.
 
Neben den informativen Einblicken in das berufliche Alltagsleben der Feuerwache, konnten wir jetzt auch unsere offizielle Fracht am endgültigen Bestimmungsort übergeben. Diese bestand, neben einem Gemälde des Dorfplatzes von Mechenhard, vor allem aus einer Urkunde mit den folgenden Grußworten:
 
Die Stadt Erlenbach und die Feuerwehr Mechenhard wünschen der Berufsfeuerwehr Thessaloniki mit dem Spruch
"Gott zur Ehr - dem Nächsten zur Wehr"
alles Gute, wenig Einsätze und jederzeit ein gesundes Zurückkommen in die Feuerwache.
 
Die Urkunde unterzeichnet haben der erste Bürgermeister Michael Berninger und unser erster Kommandant Markus Unkelbach.
 
Ein Foto von der Übergabe im Büro des ersten Kommandanten Papathanatiou haben wir uns selbstverständlich für die Nachwelt gesichert:


Leider ist das abschließende Gruppenfoto vor der Feuerwache nicht so zahlreich besetzt, wie wir erhofft hatten. Denn noch während wir uns in der Fahrzeughalle über die täglichen Herausforderungen vor Ort unterhielten, wurde das GTLF zu einem Einsatz in einem benachbarten Bezirk nachalarmiert.

Nachdem wir unser Hauptziel erfolgreich erreicht hatten, stärkten wir uns an der Uferpromenade, mit Blick auf die Stadt und der dahinterliegenden Hügellandschaft. Die nächste Etappe an diesem Tag sollte nun die Altstadt von Thessaloniki sein. Gute 20 Minuten Fußmarsch später fanden wir uns inmitten des Marktes Kapani wieder, dem ältesten Markt der Stadt. Hier reihen sich Marktstände und kleine Geschäfte eng aneinander. Fangfrischer Fisch liegt eisgekühlt zum Verkauf aus, daneben gibt es handgefertigte Taschen und einen Stand weiter kann man frisches Gemüse kaufen. Kurzum: hier gibt es nichts, was das Herz nicht begehrt. Wir bahnen uns unseren Weg also durch das Getümmel, um später am Nachmittag durch die engen Gässchen der Altstadt wieder zurück zu unserem Mannschaftswagen zu gelangen. Als wir an unserer Unterkunft angekommen waren, rüsteten wir uns wieder mit Badehose und Handtuch aus, um die restlichen sonnigen Abendstunden am Strand und im Meer zu verbringen.

Als die Sonne hinter dem Horizont verschwunden war, hieß das Ziel für den Abend erneut Thessaloniki. Wir wollen uns in das nächtliche Tummeln der Stadt stürzen.
Es ist schon dunkel, als wir wieder in der Altstadt stehen, die wie es scheint, erst nachts zu richtigem Leben erwacht. An jeder Ecke stehen Stühle und Tische, überall sitzen die Menschen draußen um zu essen, trinken und sich zu unterhalten. Und mittendrin sitzen wir zu neunt an einem Tisch. In der Mitte gegrilltes Fleisch, Gemüse und Salat. Wir verweilen ein paar Augenblicke und ziehen anschließend wohl genährt weiter durch die Stadt. Wir werden in dieser Nacht noch um einige andere Tische sitzen, bevor wir letzten Endes, dem Morgengrauen entgegen, zum letzten mal Thessaloniki in Richtung Süden verlassen werden.

Nach einer kurzen Nacht stand am Samstag als erstes wieder Kultur auf unserem Programm. Die Erkundung der Tropfsteinhöhle von Petralona ist unser Plan. Eine gute halbe Stunde fahren wir durch schier endlose Oliven Felder, bis es langsam aber sicher auf den Fuß des Berg Katsika hinaufging. Wir machen halt an der nahegelegenen Parkgelegenheit, um die restliche Strecke zum Eingang der Höhle mit der „Höhlenbahn“ zurück zu legen. Einen schönen Ausblick über das Land und dem Meer in der Ferne hat man von der Aussichtsplattform am Höhleneingang. Doch wir wollen in den Berg rein.
Entdeckt wurde die Tropfsteinhöhle erst 1959, nachdem Einheimische eigentlich eine Wasserquelle dort vermutet hatten. Der natürliche Eingang in die Höhle wurde vor langer Zeit verschüttet, weshalb sie so lange unentdeckt bleiben konnte. Neben den eindrucksvollen Gebilden aus Stalagmiten und Stalaktiten, hat dieser Ort noch einen weiteren geschichtlichen Aspekt. Bei der Erkundung der Höhle im Jahre 1960 fand ein Forscher einen fossilen Schädel, der 1981 auf ein Alter von 160.000 bis 240.000 Jahre datiert werden konnte. Der Schädel gehört demnach zu der Gattung des Homo heidelbergensis, aus der der Neandertaler hervorging. Scheinbar waren zu seiner Zeit dort noch keine Beleuchtungen und begehbare Wege angebracht, sodass er den Weg nach draußen nicht mehr gefunden hat.

Da heute unser letzter Tag vor der Abreise war, beschlossen wir den Nachmittag an einem besonderen Strand zu verbringen und uns noch einmal zu erholen. „Karidi Beach“ – klingt schon ein bisschen nach Karibik. Und der Name sollte uns nicht enttäuschen.
Geschützt durch eine kleine Bucht, liegt ein weißer Sandstrand vor türkisblauem klaren Wasser. Seitlich begrenzend ragen links und rechts helle Felsen aus dem Wasser, die mit Büschen bewachsen sind und mit kleinen Trampelpfaden zur Erkundung einladen.
Die Sonne stand tief im Westen, als wir uns für die letzte Nacht wieder in Richtung unserer Unterkunft auf den Weg machten. Während der über einer Stunde langen Fahrt hielten wir an einem Supermarkt an, um uns mit frischen Grillwaren auszurüsten. Den letzten Abend verbrachten wir dann mit selbstgegrillten griechischen Spezialitäten bei mediterranen Temperaturen auf dem Balkon unserer Unterkunft. Mit dem leisen Rauschen des in der Dunkelheit liegenden Meeres, konnten wir den Abend angenehm ausklingen lassen.

Am Sonntag mussten wir dann leider wieder die Heimreise antreten. Nachdem wir unsere gemeinsame Heimat der letzten zweieinhalb Tage wieder in den Zustand versetzt hatten, wie wir Sie vorgefunden hatten, verabschiedeten wir uns von dieser. Langsam aber sicher bewegten wir uns von jetzt an also wieder in Richtung Thessaloniki. Um 15.30 Uhr soll unser Flieger zurück in Richtung Frankfurt abheben. Wir stärken uns noch einmal, bevor wir uns von unserem Mannschaftswagen verabschieden und wir uns kurze Zeit später wieder im Terminal des Flughafens in Thessaloniki befanden. Durch irgendeine der Zahlreichen Toren in Richtung Rollbahn sind wir vor 3 Tagen angekommen. Jetzt sitzen wir hier und lassen uns von dem hektischen Treiben des kleinen Flughafens unterhalten, während wir auf den Aufruf zum Boarding unserer Maschine warten.
Ein letzter Blick über das Mittelmeer aus dem Flugzeug, und schon waren wir wieder über den Wolken des weiß-blauen Himmels unterwegs. Ein kurzer Ausrutscher nach Hessen war wegen unseres Zielflughafens leider unausweichlich. Die gesamte Reise war jedoch gut geplant. So konnten wir nach kurzer Zeit dann wieder Mechenharder Boden unter unseren Füßen spüren.
Vier Tage einer Exkursion gehen somit zu Ende. Wir durften für kurze Zeit in eine andere Kultur eintauchen und diese kennen lernen. Was uns allen bleiben wird, sind viele Erinnerungen, die uns wohl noch lange im Gedächtnis bleiben werden.

Außerdem gibt es noch ein paar Fotos, von denen wir Ihnen nicht alle vorenthalten wollen:
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