Heilige Agatha - Freiwillige Feuerwehr Mechenhard

Direkt zum Seiteninhalt

Die Geschichte der hl. Agatha
(Autor: Freudl Joachim, 03.2003)

 Die Freiwillige Feuerwehr Mechenhard feiert heuer ihr 125-jähriges Bestehen mit einem großen Fest. Nach der Gründung im Dezember 1878 stand man bald schon vor der Frage, wer soll der Schutzpatron werden.
 
Auf Anraten des damaligen Ortspfarrers Ignatius Frankenberger erwählte die Mechenharder Feuerwehr am 24. Januar 1897 die hl. Agatha zur Schutzpatronin. Seit diesem Jahr begeht unsere Wehr traditionell den Agathatag im Februar als einen großen Festtag mit Kirchenparade, Festgottesdienst, anschließendem Fackelzug zum Lokal mit Umtrunk. Einzige Unterbrechung dieser Tradition war im Zeitraum der Naziherrschaft.

Der Name Agatha:
 
Die Märtyrerin Agatha wurde um 225 in Catania auf Sizilien geboren und verstarb dort um 250 . Der Name Agatha entstammt dem griechischen Wort agathos und bedeutet „gut” bzw. „die Freundliche“.

Es gibt auch eine Agatha-Bauernregel:
 
"St. Agatha, die Gottesbraut, macht, dass Schnee und Eis gern taut."
 

Zur Geschichte der Person:
 
Agatha, eine Jungfrau aus vornehmen Geschlecht, erlitt um 250 in Catania (Sizilien) in der Verfolgung des Decius den Märtyrertod. Nach den Berichten wurde sie von dem Präfekten Quintianus auf des Kaisers Edikt hin verhaftet, nach den ersten Martern durch eine Erscheinung des Apostels Petrus wunderbar geheilt, erlag sie aber später den weiteren Qualen. Sie wird als Heilige besonders in Süditalien und Sizilien verehrt und gilt als Schutzheilige gegen Ausbrüche des Ätna.

Zur Legende der Heiligen:
 
Laut ihrer Legende lebte sie im dritten Jahrhundert in Catania, auf der Insel Sizilien. Weil sie die Werbung des Herrschers von Syrakus ablehnte, soll sie in ein Bordell verschleppt worden sein, danach eingekerkert und gefoltert. Ihre Peiniger schnitten ihr die Brüste ab und brannten ihren Körper mit Fackeln. Auf wundersame Weise waren ihre Verletzungen einen Tag später verheilt, worauf man sie im Jahre 250 zu Tode folterte. Im Jahr darauf drohte der Ausbruch des Vulkans Ätna die Stadt Catania zu verschütten. Doch hielten die Bewohner der herabfliessenden Lava einen Schleier entgegen, der Agatha gehört hatte, und hielten damit den Glutstrom auf. Das Kleidungsstück wird seit diesem Ereignis in Catania als deren wertvollste Reliquie aufbewahrt. Die Verehrung von Agatha ging schon bald über Sizilien hinaus: Ambrosius erwähnte sie, Papst Gregor I. berichtete von der Wirkung ihrer Reliquien, bereits um 500 wurde ihr eine Kirche in Rom errichtet. Ihre Gebeine liegen ebenso wie der Schleier, der den Lavastrom aufhielt, im Dom in Catania. Die Bewohner von Catania und Malta verehren sie als Schutzheilige, Malta soll sie 1551 vor der türkischen Invasion bewahrt haben

Schutzpatronin Agatha:
 
Sie ist eine der 14 Nothelfer gegen Krankheiten der Brüste, Fieber, Brandgefahr, Hungersnot, Unwetter, Viehseuchen, Erdbeben und Unglück. Sie ist Schutzheilige von Catania (gegen den Ausbruch des Ätna) und Malta, der Ammen, Hirtinnen, Weber, Bergarbeiter, Goldschmiede Glockengiesser und Hungerleidenden.

Verehrung der Heiligen in Catania:
 
Im Dom von Catania werden die Reliquien der hl. Agatha, der Schutzpatronin der Stadt, aufbewahrt. In der Sakristei befindet sich ein sehenswertes Fresko, das den Ausbruch des Ätnas v. 1669 darstellt. Auf dem Domplatz ist ein Obelisk, getragen von einem schwarzen Lava-Elefanten, aufgestellt, dessen Rüssel auf den Dom hinzeigt.

Der Vulkan Ätna:
 
Der circa 700 Meter hoch gelegene Ort Nicolosi ist dem Ätna direkt am nächsten gelegen. Die Bewohner leben wörtlich auf einem aktiven Vulkan, haben die Häuser auf Vulkanboden gebaut, der ununterbrochen in Bewegung ist. Manchmal drei bis fünf Erdstösse pro Tag sind am Ätna zu spüren, häufig kommt es auch zu Vulkanausbrüchen. Im Schnitt 15-mal im Jahr reisst rund um den Hauptkrater des Ätna die Erde auf. 1669 wurde die direkt südlich gelegene Stadt Catania von der Lava, die sich bis ins Meer hinein ergoss, überflutet. Der Ätna ist ein gewaltiger Berg der direkt dem Mittelmeer entsteigt und eine Höhe von etwa 3340 Meter erreicht, er dominiert die Insel Sizilien und ist Europas grösster noch aktiver Vulkan.

Was geschah mit der alten Agathafigur?
 
Hier gibt es eine etwas überraschende Erklärung. Früher war die Feuerwehrausrüstung der Mechenharder Wehr im Erdgeschoss des alten Rathauses (heute StefanPlatz) untergebracht. Gegenüber dem Eingang zum Geräteraum der Freiwilligen Feuerwehr befand sich an der Aussenwand eine Heiligenfigur, die im Ort angesichts ihres Standortes als die Heilige Agatha galt, die Schutzpatronin der Mechenharder Feuerwehr. Beim Abriss des alten Rathauses Anfang der sechziger Jahre befand sich die Figur in einem recht ramponierten Zustand und wurde dem Pfarrer zur eventuellen Restaurierung übergeben. Dabei stellten Fachleute fest, dass es sich um die Darstellung der Jungfrau Maria handelte und nicht um die Darstellung der hl. Agatha. Pfarrer Erwin Happ veranlasste nun, dass die restaurierte Figur einen neuen Ehrenplatz in der Pfarrkirche erhielt. Die Figur lässt sich nicht genau datieren, dürfte aber aus der Zeit der Rathauserstellung zwischen 1600 und 1650 stammen. Es handelt sich bei dieser Figur vermutlich um die älteste noch erhaltene Hausmadonna der Pfarrgemeinde Mechenhard. Für die Restaurierung und Aufstellung der Figur fand in der Pfarrgemeinde damals eine Sammlung statt. Die Einweihung konnte dann am 13. September 1964 stattfinden. Heute ist die Madonna ein Schmuckstück der Pfarrkirche am linken Seitenaltar. Ein Bild der hl. Agatha schmückt seit dem 20. Mai 1984 die Aussenfront der Feuerwehrhauses in Mechenhard. Ausserdem trägt die Vereinsfahne das Bild der Heiligen. Die Fahne wurde im Jahre 1958 im Rahmen des Kreisfeuerwehrfestes eingeweit, und 2002 restauriert.
Zurück zum Seiteninhalt